Sehenswürdigkeiten Madrid

Was man in Madrid gesehen haben sollte

Madrid überfordert beim ersten Besuch gern mit schierer Menge. Museen, Paläste, Plätze, Märkte – eine Woche reicht nicht, um alles zu erfassen. Deshalb lohnt es sich, vorher eine Auswahl zu treffen. Wir stellen hier die Orte vor, die wir nach etlichen Aufenthalten immer wieder empfehlen – mit ehrlicher Einschätzung, welche wirklich unverzichtbar sind und welche man eher entspannt lassen kann.

Museo del Prado

Das Prado ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Velázquez, Goya, Bosch, El Greco – die Liste der Meisterwerke ist endlos. Planen Sie mindestens drei Stunden ein, besser einen halben Tag. Wer nur begrenzt Zeit hat, sollte sich auf einige Säle konzentrieren statt zu versuchen, alles zu sehen. Die berühmtesten Bilder – Las Meninas, die Schwarzen Gemälde von Goya, Der Garten der Lüste von Bosch – hängen in unterschiedlichen Bereichen, ein kleiner Plan hilft.
Montag bis Samstag gibt es täglich zwei kostenlose Eintrittszeiten, meist am späten Nachmittag. Die Schlangen sind dann allerdings beachtlich. Wer entspannt durchwandern will, bezahlt die 15 Euro und kommt außerhalb der Stoßzeiten am Vormittag.

Königspalast und Almudena-Kathedrale

Der Palacio Real ist kein bewohntes Gebäude, sondern wird nur noch für Staatsempfänge genutzt. Trotzdem lohnt sich die Innenbesichtigung: über 3.000 Räume, davon rund 50 zu besichtigen, mit beeindruckenden Decken, Thronsälen und der königlichen Waffenkammer. Direkt gegenüber steht die Catedral de la Almudena, relativ jung (erst 1993 geweiht), aber architektonisch spannend – ein Mix aus neoklassischen und neogotischen Elementen.

Zwischen beiden Gebäuden liegt die Plaza de la Armería, ein guter Ort für Fotos. Wer mag, besucht auch den Campo del Moro, die Gärten des Palastes, die oft übersehen werden, aber herrlich ruhig sind.
Plaza Mayor und umliegende Plätze
Die Plaza Mayor ist der wohl berühmteste Platz Madrids. Komplett umschlossen von Gebäuden mit einheitlichen Fassaden, wirkt sie fast wie eine Theaterkulisse.
Auf den Terrassen sitzen überwiegend Touristen, die Preise sind entsprechend hoch – trotzdem gehört ein kurzer Halt zum Pflichtprogramm. Von hier sind es zu Fuß nur Minuten zur Puerta del Sol, dem geografischen Mittelpunkt Spaniens, und zur Plaza de la Villa mit ihrem mittelalterlichen Charme.
Gran Vía und Callao
Die Gran Vía ist keine klassische Sehenswürdigkeit, aber eine Art Sehenswürdigkeit an sich. Die Straße wurde Anfang des 20. Jahrhunderts mitten durch das historische Zentrum geschlagen und präsentiert heute eine Reihe beeindruckender Gebäude im Jugendstil und Art déco. Besonders der Edificio Metrópolis an der Kreuzung mit der Alcalá zählt zu den meistfotografierten Gebäuden der Stadt.

Die weniger offensichtlichen Orte

Abseits der Top-Liste lohnen sich einige Orte, die nicht in jedem Reiseführer ganz oben stehen. Die Sorolla-Villa im Norden der Stadt – ehemaliges Wohn- und Atelierhaus des Malers Joaquín Sorolla – ist ein kleiner, intimer Ort mit beeindruckender Sammlung. Das CaixaForum in der Nähe des Prado ist architektonisch spannend (mit seiner vertikalen Pflanzenwand) und zeigt wechselnde Ausstellungen.
Der Bahnhof Atocha lohnt einen kurzen Abstecher: Im Inneren wurde ein tropischer Garten angelegt, inklusive Schildkrötenteich – eine Oase mitten im Verkehrschaos.

Praktische Tipps zum Sightseeing

Kombitickets für Prado, Reina Sofía und Thyssen-Bornemisza gibt es als Abono Paseo del Arte – deutlich günstiger als Einzeltickets, wenn Sie alle drei Museen in einem Urlaub besuchen wollen. Viele Attraktionen sind montags geschlossen, der Königspalast hingegen meist offen. Planen Sie Ihren Montag entsprechend. Wer viel läuft, sollte bequeme Schuhe mitbringen – Madrid ist auf alten Steinen gebaut, und das merken die Füße abends.