Restaurants Madrid

Madrid ist eine Essensstadt

Man kann in Madrid schlecht essen, klar – in jeder Großstadt gibt es schlechte Restaurants. Aber es ist erstaunlich schwierig, wenn man ein bisschen aufpasst. Madrid ist eine Stadt, die ums Essen kreist: Menschen treffen sich, um zu essen, verbringen Stunden am Tisch und kehren immer wieder in dieselbe Bar zurück, weil dort das Tortilla am besten ist. Wer diesen Rhythmus einmal mitmacht, versteht viel von Spanien.

Die Klassiker, die man probieren muss

Cocido madrileño ist das Nationalgericht der Stadt – ein deftiger Eintopf mit Kichererbsen, verschiedenen Fleischsorten, Chorizo und Morcilla, serviert in mehreren Gängen. Er braucht Zeit und Appetit, ist aber besonders an kalten Tagen ein Erlebnis. Klassische Adressen sind Malacatín oder La Bola, beide seit Jahrzehnten im Geschäft.
Ein weiteres Muss: Bocadillo de calamares. Ein einfaches Brötchen, gefüllt mit frittierten Tintenfischringen, oft an Bars rund um die Plaza Mayor serviert. Klingt unspektakulär, ist aber erstaunlich gut. Für Churros con chocolate geht man traditionell nach dem Ausgehen frühmorgens zur Chocolatería San Ginés – sie hat 24 Stunden geöffnet und erlebt Wellen von Nachtschwärmern, die um drei Uhr früh Schokolade trinken.

Tapas – nicht immer, was man denkt

Die deutsche Vorstellung von Tapas – bunte Teller, nebeneinander auf einem Restauranttisch – gibt es in Madrid so nicht überall. Echte Tapas werden an der Bar serviert, oft im Stehen, und man zieht typischerweise weiter, sobald der Teller leer ist. In der Cava Baja, der Calle de Jesús oder rund um die Plaza Santa Ana können Sie sich von Bar zu Bar arbeiten. Ein Glas Wein, eine Tapa, das nächste Lokal – das ist madrilenische Esskultur im Originalformat.

Manche Bars servieren zu jedem Getränk eine kleine Tapa gratis dazu. Das ist seltener geworden, aber in Vierteln wie La Latina oder Lavapiés findet man solche Lokale noch. Hier lernen Sie lokale Küche auf die günstigste Art kennen.
Von Sternen bis Streetfood
Madrid hat in den letzten Jahren kulinarisch stark aufgeholt. Restaurants wie DiverXO von Dabiz Muñoz haben drei Michelin-Sterne, Plätze sind Monate im Voraus ausgebucht. Wer Fine Dining zu moderaten Preisen sucht, findet in der mittleren Klasse zahlreiche Adressen – etwa StreetXO als kreative Variante von Muñoz oder Triciclo mit kleiner, wechselnder Karte.
Auf der anderen Seite gibt es die neue Streetfood-Szene: Mercado de San Antón, Mercado de San Ildefonso oder Platea bieten kleine Stände mit Weltküche unter einem Dach. Das passt gut, wenn die Reisegruppe unterschiedliche Wünsche hat.
Märkte, Bodegas und alte Institutionen
Der Mercado de San Miguel ist der bekannteste Feinkostmarkt, aber wie erwähnt eher touristisch. Authentischer essen Sie im Mercado de la Cebada in La Latina oder im Mercado de Vallehermoso – beide mit festen Essständen. Für einen Nachmittag in einer klassischen Bodega eignen sich Casa Alberto oder La Venencia, letztere nur für Sherry und ohne Foto-Erlaubnis.

Essenszeiten und Praktisches

In Madrid wird spät gegessen. Mittag ist zwischen 14 und 16 Uhr, Abendessen beginnt selten vor 21 Uhr und zieht sich bis Mitternacht. Wer um 19 Uhr Hunger hat, findet kaum ein gutes Restaurant geöffnet – ein Glas Wein mit Tapa an der Bar ist dann die richtige Lösung. Reservierungen sind in beliebten Lokalen am Wochenende empfehlenswert, gerade wenn die Gruppe größer ist. Trinkgeld ist üblich, aber nicht verpflichtend – ein paar Euro reichen.