Der entscheidende Moment kam 1561. König Philipp II. verlegte damals seinen Hof von Toledo nach Madrid und machte die Stadt zur festen Residenz des spanischen Königshauses. Warum genau Madrid? Historiker streiten darüber. Die zentrale Lage auf der iberischen Halbinsel spielte sicher eine Rolle, ebenso das vergleichsweise günstige Klima und die Möglichkeit, die wachsende Stadt nach eigenen Plänen zu gestalten – in Toledo war alles schon verbaut.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs Madrid enorm. Die Plaza Mayor wurde angelegt, Paläste entstanden, Klöster siedelten sich an. Gleichzeitig blieb die Stadt im Vergleich zu Paris oder London lange Zeit provinziell – ein Umstand, über den ausländische Diplomaten gern spotteten.